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Als Mahā-Kassapa Kuchen angeboten wurden

 

Einmal betrat der Lehrer auf seinem Almosengang begleitet von den achtzig Hauptschülern und fünfhundert Mönchen, Rājagaha. Aus der Stadt kam ihnen eine Gruppe von fünfhundert jungen Männern mit Körben voller Kuchen entgegen. Sie waren unterwegs zu einem Lustgarten. Sie grüßten den Lehrer und setzten ihren Weg fort, ohne auch nur einem Mönch ein Stück Kuchen anzubieten.
Nachdem sie gegangen waren, fragte der Lehrer die Mönche: "Wollt ihr etwas Kuchen essen?"

"Ehrwürdiger Herr", antworteten sie, „wo gibt es Kuchen?“

„Habt ihr die jungen Männer mit Körben voller Kuchen nicht gesehen?“ fragte der Lehrer.

"Ehrwürdiger Herr", antworteten die Mönche, "junge Männer wie diese geben niemals jemandem Kuchen."
"Mönche, jene jungen Männer haben keine Kuchen mit uns geteilt, aber der Mönch, dem die Kuchen gehören, folgt hinter euch nach. Ihr müsst etwas Kuchen essen, bevor wir weitergehen."

Der Buddha hegte gegenüber niemandem Gefühle von Groll oder Hass.
Deshalb sprach der Lehrer in dieser Weise. So setzten sich alle am Fuße eines Baumes in den Schatten.

sahen die jungen Männer den Älteren Mahā-Kassapa, welcher hinter der Gruppe von Mönchen nachfolgte. Sie fanden sofort Gefallen an ihm, sein Anblick erfüllte sie mit einem Gefühl der Freude. Sie stellten die Körbe mit den Kuchen auf den Boden, erwiesen dem Älteren ihren Respekt und sagten: "Bitte nehmt vom Kuchen ehrwürdiger Herr."
Doch der Ältere erwiderte: "Mein Lehrer, der Erhabene, ruht sich dort unter jenem Baum dort drüben, zusammen mit einer Gruppe von Mönchen aus. Geht und bietet ihm und jenen Mönchen eure Kuchen an."
"Sehr gut, Erhabener Herr", antworteten die jungen Männer, kehrten um und gingen mit dem Älteren zurück, gaben [Buddha und den Mönchen] Kuchen, stellten sich zur Seite hin und sahen respektvoll zu. Nach der Mahlzeit reichten sie den Mönchen Wasser.

Die Mönche waren verärgert und sprachen: "Diese jungen Männer bevorzugten beim Almosengeben den Älteren Mahā-Kassapa. Als sie ihn sahen, boten sie ihm Kuchen an, nicht jedoch dem Vollkommen Erwachten oder den Hauptschülern [als sie diese vorhin sahen]."

Als er sie so reden hörte, sagte der Lehrer, "Mönche, ein Mönch wie mein Sohn Mahā-Kassapa wird von Devas und Menschen geliebt. Es erfreut sie, einen solchen Menschen zu ehren, der sich mit den vier Notwendigkeiten [Roben, Essen, Medizin und Unterkunft] begnügt, zu ehren". Und er sprach den folgenden Vers:

Sīladassanasampannaṃ dhammaṭṭhaṃ saccavādinaṃ
Attano kamma kubbānaṃ taṃ jano kurute piyaṃ.

Wer in Sittlichkeit und Einsicht verweilt,
Wer die Lehre lebt, die Wahrheit spricht,
Und so seine eigene Aufgabe vollbringt,
Der wird von allen Wesen hochgeschätzt.
Dhammapada 217

Am Ende der Lehrrede erreichten die fünfhundert jungen Männer den Stromeintritt, den Fruchtzustand von Sotapatti.


Die Geschichte wurde aus der Übersetzung des Dhammapada Kommentars, Buddhist Legends III 90-91 von E.W Burlingame, die Übersetzung des Verses aus der Übersetzung des Dhammapada, The Word of the Doctrine (Pali Text Society, 1997) von K. R. Norman übernommen und angepasst.