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Ratschläge von Sayagyi U Ba Khin

Sayagyi U Ba Khin sagte:

Der Buddha und der Dhamma können das Leiden vernichten und glücklich machen. Doch wer macht dich glücklich? Der Buddha tut es nicht. Es ist das Gewahrsein der Vergänglichkeit, anicca, die du in dir erfährst, die dir dieses Glück gibt.

Jene, welche Einsicht durch vipassana erlangt haben, müssen ihre Meditation aufrechterhalten, um dieses Wissen nicht wieder zu verlieren und vom Gewahrsein von anicca abgeschnitten zu werden. Wir müssen meditieren. Und wie meditieren wir? Richte deinen Geist auf die Nasenflügel und beobachte deine Atmung. Bleib ruhig. Arbeite um samadhi, Ruhe, zu erlangen.

Breche deine sittlichen Gebote, sila, nicht. Das einzige Gebot, um welches ich mich in eurem Falle sorge, betrifft jenes über unwahres Reden. Wenn du lügst, wird mir nichts geschehen, aber weil du lügst, wird deine Grundlage von Sittlichkeit an Kraft verlieren und folglich wird auch dein samadhi an Kraft verlieren. Sprich nur die Wahrheit, handle aufrichtig. So wirst du die Kraft deines samadhi wieder aufrichten.

Ich warne dich jedoch. Sittlichkeit, sila, muss von der Art sein wie sie vom Buddha gelehrt wurde. Konzentration, samadhi, muss samadhi sein wie es der Buddha lehrte, und pañña, Klarblick, muss der Klarblick sein, den der Buddha lehrte.

Wer auch immer meditiert und sich durch diese drei Übungen von Sittlichkeit, Konzentration und Klarblick entwickelt – deren Ziel klar verstehend – wird während dieser Zeit der Übung und Befreiung die Pfad- und Fruchtzustände von Nibbana erlangen.

Wenn du meditierst und reines sila (Sittlichkeit) entwickelst, samadhi (Ruhe des Geistes) und pañña (Klarblick) und wirkliche Einsicht in Vergänglichkeit (anicca) wirkliche Einsicht in Leidhaftigkeit (dukkha) und wirkliche Einsicht in Nicht-Selbst (anatta) erreichst, dann gehe nicht zum Lehrer und frage, wie man verborgenes schlechtes Karma auslöscht. Erfahre es selbst.

Während ihr das erfahrt, werdet ihr selber verstehen müssen, wie eure Bürde abnimmt. Wenn ihr das verstanden habt, wenn ihr hart arbeitet und zunehmend besser meditiert, werdet ihr nicht nur das rechte Verständnis der Vier Edlen Wahrheiten erlangen, ihr werdet gemäss euren Vollkommenheiten (parami), sogar wenn diese sehr gering wären, Nibbana für euch selbst erfahren.


Ratschläge von Mutter Sayamagyi

Vor kurzem gab Mutter Sayamagyi einem Studenten folgenden Ratschlag, wie er mit dem Dhamma leben könne:

Wenn du am Abend nach Hause kommst, bist du müde, weil du den ganzen Tag unterwegs warst. Du sinkst in einen Stuhl und denkst: "Ach, bin ich müde." Du entspannst deinen Körper und Geist.

Denke nicht. Sei entspannt und ruhig. Dann wird sich deine Aufmerksamkeit von selbst auf den Atem richten. Du musst nichts tun. Du brauchst nicht stärker zu atmen. Du atmest von selbst. Vielleicht fühlst du ein bisschen Wärme unter der Nase.

Wenn du auf diese Weise ruhig bist, wirst du allmählich verstehen was von Natur aus wahr ist. Das ist, was der Buddha lehrte.